Tips vom Hochzeitsfotografen für eine entspannte Hochzeit

Der Hochzeitstag ist der schönste Tag im Leben – oder sollte es zumindest sein. Oft genug artet es nämlich in Streß aus – Streß allerdings, der oft vermeidbar wäre. Damit zumindest mit den Hochzeitsfotos alles glatt läuft, hier ein paar nützliche Tips vom Fotografen.

1. Nehmt euch Zeit!

Dieses ist nicht nur der erste, sondern auch der wichtigste Punkt: Plant genügend Zeit ein für das Hochzeitsshooting, mindestens eine Stunde, besser bis zu zwei, ggf. noch An- und Abfahrt sowie einen kleinen Puffer. Am Allerbesten ist es, wenn das Shooting noch am Vormittag vor der Zeremonie absolviert werden kann: Dann müssen die Gäste noch nicht beschäftigt werden, das Makeup und die Frisur sitzen noch und – wichtig bei Sommerhochzeiten – außerdem ist es noch nicht so heiß und das Licht ist vormittags auch besser. Geht das aus irgendwelchen Gründen nicht, zum Beispiel weil der Bräutigam die Braut vor der Zeremonie nicht sehen darf oder weil schlicht keine Zeit ist, dann ist die nächstbeste Gelegenheit nach dem Sektempfang im Anschluß an die Zeremonie. Die Gäste kann man derweil schonmal zum Kuchenessen schicken – oder auch ganz nach Hause, wenn die Zeremonie nur im kleinen Kreis stattfand.

Falls Ihr keine Möglichkeit seht, am Hochzeitstag eine oder zwei Stunden freizuschaufeln, ist das gar kein Problem: Man kann das Shooting an einem anderen Tag nachholen. Das hat durchaus einige Vorteile:

1. Wir können uns alle Zeit der Welt für die Bilder lassen, und auch vom Zeitpunkt sind wir viel freier. Sonnenuntergangsbilder am Hochzeitstag zu machen ist schwierig, weil eure Freunde und Verwandten euch abends in Beschlag nehmen werden. Bei einem seperaten Shooting gar kein Problem!

2. Das tolle Kleid, der schicke Anzug haben soviel Geld gekostet, jetzt habt ihr nochmal eine Gelegenheit, euch in Schale zu schmeißen!

3. Für ganz Mutige: Ein „Trash the Dress“-Shooting! Bei diesem Trend aus Übersee werden Braut und Bräutigam ohne Rücksicht auf die Klamotten vom Fotografen auf Bäume gejagt, dürfen durch Schlamm waten oder was sich sonst so an Fotomotiven anbietet.

Der große Nachteil an der Sache ist natürlich, daß die Frisur gegebenenfalls nochmal neu gemacht werden müßte. Außerdem ist es halt nicht mehr euer Hochzeitstag.

2. Nehmt Vertraute mit zum Shooting!

Bringt eine oder zwei Vertrauenspersonen mit zum Shooting. Das können die Trauzeugen sein, aber auch der beste Freund oder die Schwester. Aufgabe dieser Vertrauenspersonen ist zum einen moralischer Beistand, zum anderen können sie euch und vor allem der Braut zu Hand gehen, wenn der Fotograf mal wieder verlangt, daß das Kleid irgendwie besonders liegen soll, an Schleier oder Frisur was zu richten ist oder oder. Außerdem bin ich als Fotograf auch immer dankbar für jemanden, der den Reflektor oder den Blitz hält. 🙂

3. Plan B

Nicht immer hat man Glück mit dem Wetter, deswegen ist es gut einen Plan B für’s Shooting im Sack zu haben, wenn’s regnet. Wobei das auch sehr hübsche Bilder geben kann, siehe oben. 🙂

4. Klärt vorher ab, ob fotografiert werden darf!

Manche Pfarrer oder Standesbeamten mögen es nicht, wenn während der Zeremonie fotografiert wird. Klärt also möglichst vorher ab, ob Fotos gemacht werden dürfen und falls nicht, ob es vielleicht möglich ist, daß jemand anders die Trauung vollzieht, der das nicht so eng sieht. Beim Standesamt und freien Trauungen durchaus eine realistische Option, bei Kirchen leider nicht so – da müßtet ihr euch wahrscheinlich dann schon eine andere Kirche suchen.

Doch auch wenn Fotos gemacht werden dürfen, rede ich unmittelbar vor der Trauung nochmal mit dem Pfarrer oder der Standesbeamtin, um herauszufinden, ob und wo ich mich herumbewegen darf und welche Bereiche tabu sind.

A propos Bewegung: Ja, ich bewege mich während der Trauung, um unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ich mache das aber so unauffällig, daß ihr mich während der Zeremonie wahrscheinlich gar nicht bemerken werdet.

Am Besten macht ihr auch euren Gästen klar, daß sie ihre Handys und Kompaktkameras wegstecken können. Denn ständiges Geblitze, Gepiepse und imitierte Verschlußgeräusche stören sehr. Ich verzichte übrigens nach Möglichkeit auf einen Blitz.

5. Grigragruppenbild

Der beste Zeitpunkt für’s Gruppenbild ist unmittelbar im Anschluß an die Zeremonie.Falls es da nicht gehen sollte, weil z.B. noch ein Teil der Gäste fehlt oder keine Zeit mehr bleibt, bietet sich die nächste Gelegenheit vor Kaffee und Kuchen bzw. vor dem Abendessen. Danach wird’s sehr schwierig, nochmal alle zusammenzutrommeln. Pickt euch schon im Voraus jemanden raus, der die Aufgabe des Zusammentrommelns übernimmt – das sollte jemand sein, der möglichst alle Gäste persönlich kennt und daher auch weiß, wer eventuell noch fehlt. Außerdem macht euch Gedanken, welche „Untergruppen“ ihr noch gerne abgelichtet hätte – zum Beispiel Braut mit Familie, Bräutigam mit Familie, Brautpaar mit beiden Familien, nur Freunde etc. etc… Euer „Zusammentrommler“ kann mir dann dabei helfen, zu verhindern, daß nach dem großen Gruppenbild die Leute sich gleich wieder zerstreuen.

Denn: Bei den Gruppenbildern bin ausnahmsweise ich als Hochzeitsfotograf der Chef – ich dirigiere, wer wo steht und was macht. Zum Glück dauert das nicht lange, danach halte ich mich wieder mehr im Hintergrund.

6. Während der Feier

Die Feier ist nach der Zeremonie der zweite Höhepunkt des Hochzeitstages. Neben den obligatorischen Punkten wie dem ersten Tanz und dem Anschneiden der Hochzeitstorte haben Eure Freunde und Familien bestimmt diverse Überraschungsprogrammpunkte für euch vorbereitet. Da’s ja Überraschungen für euch bleiben sollen, halte ich mich in diesen Punkten an die Trauzeugen oder wer auch immer für diesen Teil des Abends den Part des Zeremonienmeisters übernimmt. Am Besten ist es, wenn ich vor der Hochzeit schonmal mit diesem Menschen in Verbindung treten kann, damit ich mich gegebenenfalls auch darauf vorbereiten kann.

7. Knips-Dich-Selbst-O-Mat

Ein tolles Gimmick für jede Hochzeitsparty ist eine Photobooth. Das ist im Prinzip ein Kasten, in dem eine Kamera und ein Bildschirm drinstecken, vermittels dessen sich die Gäste via Fern- oder Selbstauslöser fotografieren können – ganz ohne Fotograf! Dabei kommen dann herrliche Quatschbilder heraus wie das da oben, denn ohne Fotograf, der einem sagt, wie man sich hinstellen soll und so, geht das nämlich viel spontaner und ungezwungerer. Ich bin selber immer wieder überrascht, was dabei rauskommt, wenn ich die Speicherkarte aus der Kamera in den Rechner schiebe und die Bilder runterkopiere. (Ja, auch wenn ich selbst drauf bin!)

Noch Fragen?

Sollte euch noch etwas einfallen, so zögert nicht, mich zu fragen. Gerne mache ich euch auch ein unverbindliches Angebot.

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